Bilder dieser Ausgabe

„Das kleinformatige Bild ,Gegen Morgen‘ von Kurt Kopta zeigt Gegensätze. Form und Farbe, ausgewogen oder vielleicht nur gleich stark im Konflikt, das figurative tritt aus dem Informell oder erkämpft sich seinen Platz.“ notiert Ismael Picker-Schiebel, der künstlerische Nachlassverwalter von Kurt Kopta zu dieser Arbeit. „Und dann ist da noch der Künstler, auch er beansprucht seinen Platz. Graphitstift kratzt über Papier, der Pinsel schabt Fetzen aus der Oberfläche, der Künstler arbeitet sich buchstäblich in das Bild.“, so Picker-Schiebel weiter.

„…der Tatort ist menschenleer. Seine Aufnahme erfolgt der Indizien wegen. Die photographischen Aufnahmen beginnen Beweisstücke im historischen Prozess zu werden. Das macht ihre verborgene politische Bedeutung aus“. Diese Notiz Walter Benjamins könnte leitmotivisch sein für die Bilderserie Dieter Deckers in dieser Ausgabe. Denn das Fahrrad im urbanen Kontext hätte das Zeug für einen progressiven Spin. Die real existierende Infrastruktur ist jedoch ein Tatort, den die vorherrschende Politik zu verantworten hat. Und Dieter Decker hat zu verantworten, dass in diesem Falle Kunst und Verbrechen unter einen gemeinsamen Nenner gebracht worden sind.

Franz Fend

Bilder dieser Ausgabe

Seit der Nummer 67 von „Café KPÖ“ können sich die LeserInnen an einer thematischen Fotostrecke von Dieter Decker erfreuen. Es freut uns, dass uns der leidenschaftliche Fotograf regelmäßig mit Beiträgen aus seinem reichhaltigen Fundus unterstützt.

Zu den Bildern dieser Ausgabe meint er: „Hier folge ich dem Menschlichen, das das Göttliche sucht oder verehrt. Wenn ich die mitunter amüsanten Spuren dieser Suche sammle, zeigt sich oft, wie trivial das scheinbar Erhabene sein kann, und wie erstaunlich nahe am Menschen das vorgeblich Göttliche orientiert ist. Das könnte einer von vielen guten Gründen dafür sein, mehr auf Menschen und weniger auf Götter einzugehen.“

Neu gestaltet ab dieser Nummer ist die Rückseite von „Café KPÖ“ und zwar mit Bildern von Kurt Kopta (1955-2018). Kopta war – abgesehen von einer ab 1972 absolvierten private Aus- und Weiterbildung beim akademischen Maler Kurt Walter – Autodidakt. Eine seiner letzten Ausstellungen fand beim „Open House Neue Zeit Fest“ 2017 unter dem Titel „Anachronismen“ statt.

Über „Das Machen von Bildern“ schrieb er dazu „Das wesentliche ist doch, die richtige Frage zu stellen! (Anna Seghers). So bin ich mit diesen Bildern noch immer auf der Suche nach den richtigen Fragen.“