Zuckerl für Konzerne

Die neue Technik-Uni in Oberösterreich mit Schwerpunkt „Digitalisierung“ wird nun immer konkreter. Offiziell soll diese neue Hochschule ja „Institute of Digital Sciences Austria“ (IDSA) heißen. Man hat sie nämlich einfach vorbei an den bestehenden Gesetzen auf neuer rechtlicher Grundlage – ohne lästige demokratische Mitbestimmung und Transparenz – gegründet.

Mit einem wissenschaftlichen Forschungs- und Lehrprogramm hat die Uni auch nichts zu tun. So entsteht ein weiteres „Leuchtturmprojekt“ mit einseitiger Ausrichtung für die Wirtschaft. Die KPÖ hat deshalb in einer Aussendung gemeint, man solle die Digital-Uni doch gleich „Sebastian-Kurz-Uni“ nennen.

Als Kurz noch Bundeskanzler war und in Oberösterreich die Landtagswahlen anstanden, haben Landeshauptmann Stelzer und der damalige Kanzler dieses Projekt ausgemacht. Es spiegelt damit das „System Kurz“ geradezu vorbildhaft wider: Es wird auf völlig undemokratische und intransparente Weise viel Geld der Allgemeinheit für private Konzerninteressen umverteilt.

Und sozusagen als „Draufgabe“ soll die neue Uni in Linz beim Science Park der JKU auf der Wiese gebaut werden. Dafür werden weitere 5,5 Hektar Grünfläche versiegelt.

Michael Schmida

Klare Chef- Sache

War es kürzlich nur eine Digital-HTL, soll es jetzt viel größer kommen: Der Bundeskanzler hat in seiner großzügigen und einnehmenden Art dem Land Oberösterreich eine zusätzliche Universität versprochen.

Alle in der oberösterreichischen Politik, vom Landeshauptmann angefangen, sind nun ganz happy. Was ist das denn für eine schöne Sache und ein Kompliment für den „Standort Oberösterreich“. Überhaupt sind sich alle einig, der Wirtschaftsstandort ist ganz wichtig und Hochschulen haben nur das eine Ziel diesem obersten Ziel zu dienen.

Dementsprechend schauen auch die Schwerpunkte der neuen Uni aus. Der Plan sieht ganz zur Freude der Industriellenvereinigung vor, eine technische Uni mit den Schwerpunkten Industrie und Digitalisierung bis 2024 zu gründen.

Die Spitzen der Wissenschaft oder die Uni-Vertreter*innen – in Österreich gibt es bereits drei TU-Standorte – wurden bei dieser Entscheidung gar nicht befragt. Nicht einmal der zuständige Bildungsminister durfte da viel mitreden.

So ist sie halt, die Kurz’sche Politik inklusive großer Ankündigungen: Für Standort, Wirtschaft, Vaterland entscheidet der Chef allein.

Michael Schmida