Bilder dieser Ausgabe

„Das kleinformatige Bild ,Gegen Morgen‘ von Kurt Kopta zeigt Gegensätze. Form und Farbe, ausgewogen oder vielleicht nur gleich stark im Konflikt, das figurative tritt aus dem Informell oder erkämpft sich seinen Platz.“ notiert Ismael Picker-Schiebel, der künstlerische Nachlassverwalter von Kurt Kopta zu dieser Arbeit. „Und dann ist da noch der Künstler, auch er beansprucht seinen Platz. Graphitstift kratzt über Papier, der Pinsel schabt Fetzen aus der Oberfläche, der Künstler arbeitet sich buchstäblich in das Bild.“, so Picker-Schiebel weiter.

„…der Tatort ist menschenleer. Seine Aufnahme erfolgt der Indizien wegen. Die photographischen Aufnahmen beginnen Beweisstücke im historischen Prozess zu werden. Das macht ihre verborgene politische Bedeutung aus“. Diese Notiz Walter Benjamins könnte leitmotivisch sein für die Bilderserie Dieter Deckers in dieser Ausgabe. Denn das Fahrrad im urbanen Kontext hätte das Zeug für einen progressiven Spin. Die real existierende Infrastruktur ist jedoch ein Tatort, den die vorherrschende Politik zu verantworten hat. Und Dieter Decker hat zu verantworten, dass in diesem Falle Kunst und Verbrechen unter einen gemeinsamen Nenner gebracht worden sind.

Franz Fend

Betretenes Schweigen

Ein Kessel Buntes. Von Franz Fend

Seit mehr als zwei Monaten demonstrieren vor allem iranische Schülerinnen und Studentinnen gegen das dortige Regime. Auslöser der Proteste war die Festnahme der 22-jährigen Mahsa Amini durch die iranische Sittenpolizei, weil sie das vorgeschriebene Kopftuch nicht vorschriftsgemäß getragen haben soll. Amini überlebte die Misshandlungen nicht.

Die Proteste, die zu Beginn mit der Losung „Frau, Leben, Freiheit“ vor allen gegen die rigiden Bekleidungsvorschriften und die allgemeine Unterdrückung der Frauen geführt wurden, ist längst zu einer gesamt- gesellschaftlichen Revolte gegen Massenarmut und Unterdrückung ausgewachsen. Entsprechend sind auch die Reaktionen des Mullah-Regimes gegen die Proteste. Mehr als 300 Menschen, darunter an die 30 Kinder, wurden in den letzten Wochen von den Revolutionswächtern umgebracht, tausende verhaftet. Vermutlich sind die realen Zahlen an Opfern viel höher.

Evident ist, dass der islamistische Repressionsapparat wahllos in Demonstrationen geschossen hat, Universitäten unter Beschuss genommen hat und tausenden, die vor sogenannte Revolutionsgerichte gezerrt werden, droht ebenfalls der Tod. Allein, die ärgste Repression und die ungeheuerlichsten Drohungen des Regimes halten den Aufstand nicht auf. In mehr als 20 Städten und in über 50 Universitäten kam es in den letzten Tagen zu Protesten. Es geht um nicht weniger als um alles, heißt es. Das wissen auch die Nachbarländer, in denen die Frauen ebenso wenig gelten wie im Iran und deren soziale Lage ebenso katastrophal ist.

Weltweit kam es zu Solidaritätskundgebungen für die Aufständischen im Iran, in Berlin waren 80.000 auf der Straße, in Paris über 100.000, im verschnarchten Österreich waren es ein paar Hundert. Weltweit waren die persischen Aufstände in den Schlagzeilen der großen Medien. In Österreich hingegen, wurde im ORF diskutiert, wer denn die Mülltonnen bezahlen soll, die bei den Demonstrationen angezündet worden sind. Aber das ist auch nicht verwunderlich, denn Österreichs Regierungen befindet sich seit Jahrzehnten in übler Kumpanei mit dem theokratischen Mullah-Regime. Da wundert es nicht, dass die virulente Regierung betreten schweigt, wenn selbst die EU zögerlich beginnt, Sanktionen gegen den Iran zu beschließen.

Kriegsgewinnler

„Ein markantes Zeichen des Niedergangs einer Epoche“ schrieb Michael Scharang, „ist der Meinungsterror, der als Meinungsfreiheit firmiert und den Meinungsbrei zum Ziel hat, der, täglich neu aufgekocht, immer dünner und geschmack- loser wird, bis öffentliche und veröffentlichte Meinung die geistige Klostersuppe für Arm und Reich sind – das Ideal jeder Volksgemeinschaft.“

Die Herstellung dieses armseligen und erbärmlichen Meinungsbreis ist selten so gut zu beobachten wie bei der Berichterstattung über die ungeheuerliche Teuerungswelle, die zahlreiche Menschen in Armut treibt und treiben wird sowie bei den Kommentaren zu den derzeitigen Lohnverhandlungen in den verschiedenen Branchen. Eine große Verelendungsoffensive ist im Gange. Die veröffentlichte Meinung, wonach der Markt eh alles regulieren werde, verschweigt, dass der Markt der Ort ist, auf welchem die Profite realisiert werden. Er hat nur die Funktion, diese in möglichst große Höhen zu treiben. Dar Markt ist der Ort, wo der Kapitalismus zu sich kommt. Die subalternen Klassen sollten nicht auf ihn hoffen.

Dazu und zu zahlreichen anderen Themen finden sie Beiträge in dieser Nummer. Es wünscht Ihnen eine anregende Lektüre

Ihre Café-KPÖ-Redaktion

Raserei am Stavrovouni Monastery

Herr Groll auf Reisen: Von Erwin Riess

Während Groll Handschuhe überstreifte und eine Kappe aufsetzte, bereitete Chris, der Taxifahrer, sein Frühstück zu. Er winkte Groll kurz zu, der den Rollstuhl auf dem abschüssigen Parkplatz vor dem Kloster in Gang setzte. Der Berg, auf dem das Kloster Stavrovouni wie ein Adlerhorst klebte, war nur wenige hundert Meter hoch, aber er stieg wie eine Felsnadel aus der sanft geschwungenen Landschaft, und der Ausblick, der sich vom Kloster auf die Bucht von Larnaca, Kap Greco und Famagusta eröffnete, war atemberaubend.

Während Chris Weißbrot brach und Halloumikäse schnitt, wandte Groll sich der Straße zu und nahm die erste Kehre in Angriff. Es war ausgemacht, dass Chris in einer Stunde folgen sollte.

Die ersten Kehren bereiteten Groll großes Vergnügen. So früh am Morgen stand die Sonne nur wenige Handbreit über dem Horizont des östlichen Meers. Um den Berg strich eine frische Brise, der Geruch von Thymian und Salbei würzte die nachtkalte Luft. In den Krüppelkiefern am Rand der Straße lärmten Tausende winzige Vögel. Sie waren von der Art, die Zyprioten gern auf den Grill legen. Groll hatte mehrmals versucht, Geschmack am Fleisch der handtellergroßen Tiere zu finden, aber er hatte immer wieder vor den spitzen Knöchelchen der Vögel kapitulieren müssen.

Nach den ersten Serpentinen wurde die Straße zusehends steiler. Groll hatte Mühe, nicht aus dem Rollstuhl zu rutschen, auch fiel es ihm immer schwerer, mit den Händen zu bremsen. Die Handschuhe wurden zuerst warm, bald darauf aber heiß, und zu seinem größten Entsetzen bemerkte Groll, dass sie sich aufzulösen begannen.

Er wusste, dass mit dem Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit die Vorderräder flattern und danach blockieren würden, worauf er auf die Straße oder in die stacheligen Busche am Wegrand katapultiert werden würde. Seinen Freund Chris um Hilfe zu rufen, war aussichtslos, die Entfernung war zu groß.

Grolls Hände brannten wie Feuer. Er fuhr in Schlangenlinien, um die Handinnenflächen, die er abwechselnd an die Treibreifen des Rollstuhls presste, zumindest zeitweilig zu kühlen. Die Unwucht in den Hinterrädern führte dazu, dass der Rollstuhl nicht gleichmäßig zu bremsen war, sondern widerliche Schläge an die Hände weitergab. Groll war vollauf damit beschäftigt, den Rollstuhl auf der Straße zu halten.

Ein Hornsignal, das dreimal vom Berg zurückgeworfen wurde, wusste er nicht zu deuten, und den blutjungen Soldaten, der mit quergehaltenem Karabiner die Straße sperren wollte, fuhr er fast über den Haufen. Nur ein katzengleicher Sprung rettete den Burschen vor einer Kollision. Groll bog in eine lange, steil abschüssige Gerade ein. Plötzlich hörte er das gleichmäßige Tackern eines schweren Maschinengewehrs.

Am Ende der Geraden zogen Garben von Leuchtspurmunition über die Straße. Groll überlegte, ob er gegen die Bergwand fahren oder einen Sturz ins Gebüsch riskieren sollte. Plötzlich fühlte er, wie der Rollstuhl zurückgerissen wurde. Er suchte verzweifelt mit den Händen nach Halt, da war der Soldat auch schon neben ihm und warf sich auf Groll. Als die beiden zum Stillstand kamen, dröhnten Maschinengewehrsalven über ihren Köpfen.

Der Soldat, so erfuhr Groll später, war ein junger Grieche, der seinen Armeedienst in Zypern ableistete. Er habe ihm gleich zweimal das Leben gerettet, einmal vor den Kugeln und das andere Mal vor dem Abgrund, sagte Groll und bedankte sich bei dem Griechen mit einem Wimpel des SC Wien-Nord, den er für Notfälle aller Art im Netz des Rollstuhls mit sich führte.

In einer Manöverpause begleitete der Soldat Groll ins Tal. Das Gefälle war groß, aber mit dem Jungen an den Haltegriffen und dem abwechselnden Einsatz der Hände war bald das Schlimmste überstanden. Groll genoss den böigen Wind, er kühlte seine schweißnasse Stirn.

Bilder dieser Ausgabe

Seit der Nummer 67 von „Café KPÖ“ können sich die LeserInnen an einer thematischen Fotostrecke von Dieter Decker erfreuen. Es freut uns, dass uns der leidenschaftliche Fotograf regelmäßig mit Beiträgen aus seinem reichhaltigen Fundus unterstützt.

Zu den Bildern dieser Ausgabe meint er: „Hier folge ich dem Menschlichen, das das Göttliche sucht oder verehrt. Wenn ich die mitunter amüsanten Spuren dieser Suche sammle, zeigt sich oft, wie trivial das scheinbar Erhabene sein kann, und wie erstaunlich nahe am Menschen das vorgeblich Göttliche orientiert ist. Das könnte einer von vielen guten Gründen dafür sein, mehr auf Menschen und weniger auf Götter einzugehen.“

Neu gestaltet ab dieser Nummer ist die Rückseite von „Café KPÖ“ und zwar mit Bildern von Kurt Kopta (1955-2018). Kopta war – abgesehen von einer ab 1972 absolvierten private Aus- und Weiterbildung beim akademischen Maler Kurt Walter – Autodidakt. Eine seiner letzten Ausstellungen fand beim „Open House Neue Zeit Fest“ 2017 unter dem Titel „Anachronismen“ statt.

Über „Das Machen von Bildern“ schrieb er dazu „Das wesentliche ist doch, die richtige Frage zu stellen! (Anna Seghers). So bin ich mit diesen Bildern noch immer auf der Suche nach den richtigen Fragen.“

Am Misthaufen

In dem 1996 von Franz Innerhofer erschienen Monolog „Scheibtruhe“ zeichnet er ein tristes Bild aus dem Leben der Magd Hanni in Zeiten des Nationalsozialismus in der Gegend rundum Gusen.

Hannis Umgebung ist finster, ihre Jugend ein Martyrium. Schon ihr Vater war ein Tyrann, und es sollte nicht der letzte sein. Sie wurde von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle gereicht. Von einem Bauern zu einem Wirtshaus, von diesem wieder auf ein Gehöft.

Die Stimmung ist wortkarg, ein großes Schweigen liegt in der Luft. Sofern überhaupt miteinander gesprochen wird, herrscht ein rauer Befehlston. Und alle, alle wussten davon.

Vom Lager, über dessen Existenz, über das, was dort mit den Menschen geschah. Bei Feldarbeiten neben dem Lager brachte sie sich selbst in Gefahr, indem sie den KZlern Rüben zukommen lassen wollte.

Innerhofer spannt den Bogen aufs Erdrückendste. Hanni ließ sich, obwohl seitens der Bauernschaft unerwünscht, auf eine Liebschaft ein.

Der Zorn der Bäuerin war dem Pärchen gewiss: „Und einmal hat sie/wie er mich besucht hat/sein Fahrrad genommen und auf den Misthaufen geworfen“.

Hans Staudinger

Linz will hoch hinaus

Ob es die Sehnsucht nach dem Denkmal zu Lebzeiten ist oder der Wunsch, die Stadt möge etwas weltstädtischer wirken, wer weiß. Die sogenannte Nachverdichtung wird auch ins Treffen geführt, wenn es um Naturschutz geht, es heißt, sie wäre eine Alternative zur Verbauung von Grünland.

Was aber befindet sich in den Großbauten, wofür werden sie genutzt? Büros, Hotels, „Anlegerwohnungen“. Sozialer Wohnbau ist in dieser Form gar nicht mehr möglich, weil die Kosten beim Bau ab einer bestimmten Höhe so ansteigen, dass sich nur mehr Spekulationsobjekte auszahlen. Siehe Lenau-Terrassen, siehe Bruckner- Tower. Im Franckviertel sollen die Trinity-Towers unter anderem servisierte Appartements bieten, man kann sich denken zu welchen Preisen.

Also kein sozialer Wohnbau weit und breit. Wo wohnen dann die normalen Menschen? Günstige Genossenschaftswohnungen sind leider rar, und auch wenn man nach Jahren Mitgliedschaft eine bekommt, heißt es oft zusammenrücken. 70 bis 75 Quadratmeter sind gerade erschwinglich, nicht viel für eine Familie.

Wie es anders geht, zeigt uns Graz, wo die KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr den kommunalen Wohnbau vorantreibt. So gehts auch, flüstert euch Eure

Irene Ira

Die Kantine

Leidenschaft hege ich für Orte, an denen es den Anschein hat, dass die Zeit stehen geblieben ist. Ein großartiger Platz liegt im Industriegebiet. Vorbei an einer pavillonartigen Portiersloge, hinein über ein paar Stufen in den riesigen Speisesaal mit großen Fensterfronten.

Pandemiezeiten wurden für eine sanfte Auffrischung des Inventars genutzt. Speiseplan, Zeit- und Datumsanzeige digital, neue Kühlvitrinenschränke die gut bestückt sind mit Jausenklassikern wie Gabelbissen, Latella, Hering in Tomatensauce und Getränken. Die Highlights: Eine Bühne, der Vorhang leider zu, Wandmalereien und der große Luxus, unbelauscht Gespräche führen zu können.

Kein Firlefanz – Besteck, Servietten, Gewürze – alles griffbereit. Die Damen der Küche fragen nach Wünschen, dann die Ausgabe von Suppe und Hauptspeise, Salat vom Buffet. Früher Resopaltische und jene Holzsessel die in vielen Horten, Schulen und Ämtern standen. Nun leichtes Mobiliar großzügig aufgestellt, der Platz ist ja da!

Rumgesaut wird nicht, gegessen schon, ein Transportband, das schon etliche Jahrzehnte treu seinen Dienst leistet, liefert Geschirr und Übriggebliebenes in die Spülküche. Noch ein letzter Blick auf die schönen Wandmalereien, im Vorbeigehen ein Eis mitgenommen. Schön wars, ich komm wieder.

Berta Blumenkohl

Wo Rauch ist, ist Feuer am Dach!

Ein Kessel Buntes. Von Karin Antlanger.

Es hat nichts mit Lokalpatriotismus zu tun, wenn die Ahnung aufkommt, dass Anschober noch der vernünftigste der bisherigen drei Gesundheits- und Sozialminister dieser schwarz- grünen Regierung war. Mit dem Kapitulieren vor der militanten Anti-Corona-Maßnahmen-Szene unter völliger Missachtung von ExpertInnenempfehlungen aber im Sinne der Wirtschaftskammer hat Rauch seine fachliche Inkompetenz bewiesen.

Er hat in einem Interview aber auch seine politische und menschliche Inkompetenz publik gemacht, indem er nach dem tragischen Tod der Seewalchener Hausärztin Dr. Kellermayr meinte, dies sei ein Moment, „innezuhalten, und nicht, um Schuldige zu suchen.“ Genau dieses Nichtsuchen nach Schuldigen war mit ein Grund dafür, dass die junge Ärztin in den Tod getrieben wurde!

Die oö Polizei hatte die Ärztin den Corona-Schwurblern quasi zum Abschuss freigegeben, indem sie Dr. Kellermayr der Lüge bezichtigte, als diese auf Twitter mitgeteilt hatte, dass Anti-Corona-DemonstrantInnen im November in Wels eine Rettungseinfahrt eines Welser Krankenhauses blockiert hatten. Sowohl die Landespolizeidirektion als auch die Ärztekammer richteten der massiv bedrohten Ärztin aus, sie solle sich doch in der Öffentlichkeit zurückhalten. Ein Polizeisprecher meinte später gar, es gehe ihr nur um ihr persönliches Fortkommen!

Ging es etwa der von Polizei und Justiz im Stich gelassenen Frau auch bei ihrem Suizid nur um ihr „persönliches Fortkommen“? Die Tragödie der in den Suizid getriebenen Hausärztin schreit nach einer schonungslosen Untersuchung und Aufklärung der Versäumnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft bis hin zum schwarzen Innenminister (Polizei) und der grünen Justizministerin (Staatsanwaltschaft). Die Polizei, dein Freund und Helfer. Ja, sie helfen dir, aber mit dem Kopf zum Boden.

Linz, Pleschingersee am 31. Juli: Ein Mann liest die Kronen-Zeitung und sagt dann zu seiner Frau: „Ist schon tragisch das mit dem Tod von der Ärztin. Aber dick war sie auch.“ Das ist Österreich im Jahr 2022.

Heiliger Profit

Angesichts multipler Krisen – Globalisierung, Finanzmarkt, Klima, Corona, Krieg – läuft der neoliberale Kapitalismus zunehmend unrund. Eine wachsende Umverteilung von Arm zu Reich erschüttert das Vertrauen in „die da oben“. Und nach dem Zerfall des „realen Sozialismus“ verstärkt sich der imperialistische Kampf um Hegemonie und Ressourcen.

Hierzulande erhöht die Teuerung (im Juli mit 9,2 Prozent der höchste Preisanstieg seit 1975) die Armutsgefahr. Die Schuldzuweisung an Russlands Krieg in der Ukraine greift aber zu kurz, verteuert sich doch auch vieles, das nichts mit Gas oder Öl, wohl aber mit Spekulation und Profit zu tun hat.

Die Explosion von Mieten und Preisen für Energie und Grundnahrungsmittel spült Milliarden in die Geldspeicher der Konzerne. Doch eine Abschöpfung der „Windfallprofite“ oder staatliche Preisregelungen wird als unzulässiger Eingriff in die „freie Marktwirtschaft“ blockiert. Bestenfalls gibt es Staatszuschüsse – die wir uns letztlich aus unseren eigenen Steuergeldern selbst bezahlen müssen. Hauptsache der heilige Profit wird nicht angetastet.

Umso mehr gilt es jetzt mit aller Kraft dafür zu wirken, dass bei den kommenden Lohn- und Pensionsverhandlungen kräftige Erhöhungen zustande gekommen. Zehn Prozent und mehr dürfen da kein Tabu sein. Die Gewerkschaften sind gefordert.

Redaktion „Café KPÖ“