Das Auto ist das Problem

Michael Schmida über den E-Boom im Verkehr

a traffic light road traffic shows red light.

Kürzlich haben die gemeinnützigen Unternehmen Neue Heimat und Linz AG angekündigt rund 150 bestehende Tiefgaragen in Linz mit E-Ladeinfrastruktur ausstatten zu wollen. Damit sollen in den nächsten zwei Jahren mehr als 5.000 Bewohner*innen in Mehrparteienhäusern die Möglichkeit erhalten, ein E-Auto zu laden. Großspurig wird in der Aussendung behauptet, die boomende E-Mobilität wäre eine wichtige Säule für die Klimawende. Nicht einmal bei Neubauten schaffen es aber dieselben Unternehmen flächendeckend Solaranlagen zu installieren.

Die städtische Linz AG hat im Gegensatz zu anderen Elektrizitätsversorgungsunternehmen den Einstieg in die Energiewende verschlafen. Serviceangebote bzw. Kooperationen mit kleinen und privaten Kunden oder mit Wohnungsgesellschaften bei der Planung und Installation von Photovoltaik- Anlagen fehlen weitgehend. Und auch die Neue Heimat errichtet weiter neue Wohnanlagen ohne Solarstrom vom Dach bzw. sind die Initiativen bei bestehenden Wohnobjekten nachzurüsten sehr überschaubar. Während diese zwei Unternehmen also wahrlich keine Vorreiterfunktion in der Klima- bzw. Energiewende und den Umstieg auf erneuerbare Alternativen spielen, wollen sie bei der vermeintlichen Alternative E-Mobilität vorne dabei sein. Das nennt sich dann „innovative Kooperation“ für die „umweltfreundliche E-Mobilität“, wie der Linzer Bürgermeister den zwei Unternehmen ganz wohlwollend attestiert.

Mit der „boomenden E-Mobilität” verhält es sich aber so wie mit vielen anderen technischen „Lösungen“ die nun die Klimawende schaffen sollen. Sie ändern strukturell wenig, sondern wollen vor allem die bestehenden Verhältnisse, zum Beispiel in der Mobilität, unverändert lassen. Die Probleme, für die der motorisierte Individualverkehr verantwortlich zeichnet, lassen sich nicht durch Austausch des Antriebsmotors lösen.

Nicht nur die Abgase stellen ein Problem dar, sondern die gesamte Mobilitätsform Auto ist das Problem. Bei den derzeitigen Strompreisen und Versorgungsunsicherheiten mit elektrischer Energie ist der Glaube an die Verheißungen der E-Mobilität im Individualverkehr noch dazu fast schon naiv. Wo soll der ganze Strom herkommen, wenn schon jetzt bei weitem nicht genug klimaneutral produziert wird?

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