Vicenza 1943

Nach dem Waffenstillstand im September 1943 in Italien zogen sich die Italiener, welche zuvor noch für den Faschismus Mussolinis im Einsatz waren, in ihre Dörfer zurück. Unter ihnen waren auch junge Studenten, die zuhause erkennen mussten, dass zwar sie die Waffen abgaben, die deutschen Nazis aber nach wie vor mordend durchs Land zogen.

Unter anderem auch mit dieser Erkenntnis formierten sich Gruppen des Widerstands. In Vicenza und in den umliegenden Ortschaften mobilisierten ein gewisser Luigi Meneghello, ein Schriftsteller, und seine Freunde auf Fahrrädern weitere Weggefährten. Bei ihrer Mobilmachung waren sie bereits heftigen Bombardements der Deutschen ausgesetzt.

Nach einer heftigen Attacke, welche mächtige Bombenkrater hinterließ und die Menschen durch die Gegend wirbelte, wollte Luigi einem Mädchen helfen. Er stellte sein Fahrrad an einem Gartentor ab, eilte zu ihr, musste aber feststellen, dass es zu spät war.

In der Zwischenzeit wurde ihm sein Fahrrad gestohlen. Luigi notierte später: „Der italienische Charakter ließ sich auch durch Bombenangriffe nicht unterkriegen.“

Hans Staudinger

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