Auf neue Beine gestellt

Das Linke Wort beabsichtigt, über das Volksstimmefest hinauszuwachsen. Von Barbara Urbanic und Alexander Hartl.

Seit 1975 findet die Literaturlesung „Linkes Wort am Volksstimmefest“ bereits statt: An den beiden Festtagen gibt es auf der Sigi-Maron-Bühne jeweils ein zweistündiges Leseprogramm von mehreren deutschsprachigen Schriftsteller*innen, an dem in der Vergangenheit bekannte Autor*innen wie Stefanie Sargnagel, Christine Nöstlinger, Michael Scharang, Peter Turrini und die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, sowie in diesem Jahr auch Marlene Streeruwitz teilnahmen. Die Organisation der Veranstaltung übernahmen 2022 – nach einer Phase des Übergangs – Barbara Urbanic und Alexander Hartl vom langjährigen Verantwortlichen Christoph Kepplinger.

Das „Linke Wort“ gehört genauso zum Volksstimmefest wie der obligatorische Regen. Als offen zugängliche Literaturlesung unter freiem Himmel ist es nicht nur wichtiger Bestandteil des intellektuellen Programms am Fest, sondern ermöglicht auch Menschen, die es ansonsten selten in die Leseveranstaltungen der Kulturszene zieht, Kontakt zur Literatur aufzubauen. Und nicht zuletzt dürfte ebenso die große Zahl an Zuhörenden ein positiver Anreiz für die Autor*innen sein.

Mit dem Wechsel im Organisationsteam gehen auch neue Zielsetzungen einher: Zusätzlich zur traditionsreichen Veranstaltung auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater selbst, soll auch eine „Nebensaison“ etabliert werden. Vorgesehen sind etwa drei weitere Veranstaltungen, die die Zeit zwischen den Festen mit Formaten wie Buchpräsentationen, Diskussionen oder Filmvorführungen überbrücken sollen.

Vorwiegend in Wien, aber potenziell auch in anderen Bundesländern, möchte das neue Team die Literatur stärker im Parteileben und letztlich auch – wie einst – in der Parteiidentität verankern und dadurch nicht nur zum Kulturangebot beitragen, sondern ebenso inhaltlichen Debatten über politische Ziele und Perspektiven auf die gegenwärtigen Krisen einen Raum bieten.

2023 wird die Lesung am Volksstimmefest unter dem Thema „Tragik“ stattfinden. Zudem ist bereits eine nachträgliche Veranstaltung und Lesung zum 100-jährigen Geburtstag der 2007 verstorbenen Kommunistin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Erika Danneberg in den Wiener Räumlichkeiten von transform!europe in Planung

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