Sieben Brüder

Am 25. Juli 1943 war die Freude groß in Campegine, im kleinen Ort zwischen Parma und Reggio Emilia. „Der Duce ist weg!“, posaunten es Radfahrer durch die Straßen. Mussolini musste abtreten, was das Ende des italienischen Faschismus bedeutete. Dies veranlasste die Familie Cervi dazu, ein großes Fest am Marktplatz auszurufen: Die Pastasciutta antifascista!

Alle kamen, um dieses Ereignis gebührend zu feiern. Aber die Freude war nicht von langer Dauer. Die von den Alliierten zurückgedrängten Nazis durchstreiften Italien Richtung Norden und hinterließen eine blutige Spur von Mord und Totschlag. Dem stellte sich die Resistenza entgegen.

Besonders hoben sich die Brüder der Familie Cervi hervor, die in der großen Ebene mit ihren Rädern unterwegs waren, um den Widerstand zu mobilisieren und die eine oder andere überraschende Guerilla-Aktion vom Fahrrad aus zu erledigen. Sie fuhren so viel Rad, sie brauchten den Vergleich mit Scorticati, dem Radchampion aus Reggio, nicht scheuen.

Im Zuge einer nächtlichen Vergeltungsaktion der Faschisten wurden die sieben Cervi-Brüder gefangen genommen und am 28. Dezember 1943 erschossen.

Hans Staudinger

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