Sieben Jahre, dreizehn Tage

Hermann Langbein kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco und war anschließend in verschiedenen Lagern in Frankreich interniert, bevor er über Dachau nach Auschwitz deportiert wurde. Dort von den Nazis als Lagerschreiber eingesetzt und seiner durchaus privilegierten Stellung im Lager bewusst, versuchte er einerseits auf das Nazikommando Einfluss zu nehmen, um mildernde Umstände für die KZ-Insassen zu erwirken, und andererseits bildete er mit weiteren Mitstreitern ein internationales Netzwerk des Widerstands.

Als der Druck gegen Ende des Krieges durch die sowjetischen Truppen anwuchs wurde Langbein noch in den Norden Deutschlands transportiert. Durch einen Sprung vom Zug konnte er fliehen. Er fand Zuflucht bei einem britischen Bataillon, welches ihm eine Stelle anbot. Doch entschied er sich für die Heimreise nach Österreich. Sieben Jahre war er nun schon von zuhause weg.

Und obwohl er zuvor niemals auf einem Fahrrad saß, schnappte er sich ein Rad und fuhr in den Süden. Autokolonnen machten ihm Angst, aber es ging. In Halle erfuhr er vom Ende des Krieges und nach dreizehn Tagen erreichte er seine Heimatstadt Wien.

Hans Staudinger

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