Nichts dazugelernt

Als gottlose Ungläubige ist es mir dennoch gestattet, den Linzer Mariendom aufzusuchen und zu bestaunen. Meine Parteigenoss*innen mögen mir mein Faible für Herrschaftsarchitektur verzeihen, aber ich bewundere gerne solche imperialen Gebäude, auch wenn ich mir dessen bewusst bin, dass die Errichtung zum allergrößten Teil der einfachen Bevölkerung abgepresst wurde, indem man sie zu Spenden zwang.

Der Homepage der katholischen Kirche ist zu entnehmen, dass es Bischof Rudigier 1862 ein Anliegen war, dass „der imposante Bau nur aus Spendengeldern finanziert werden sollte, um dem festen Glauben der Menschen in Oberösterreich und über die Landesgrenzen hinaus materiell Ausdruck zu verleihen.“

Heute lassen sich die Menschen zwar nicht mehr direkt zu Spenden zwingen, dafür dürfen Banken und Sparkassen als Förderer mit großflächiger Werbung die Fassade des Doms verunstalten. Der Denkmalschutz schaut weg. Raiffeisen, Sparkasse, Oberbank, Hypobank – die modernen Geldwechsler, die Jesus aus dem Tempel in Jerusalem vertrieben hat (nachzulesen in allen vier Evangelien) spenden nun ganz ungeniert und steuerreduzierend das Geld, das sie den Bankkunden auf deren Gehalts- und Pensionskonten abgepresst haben.

Karin Antlanger

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